Biodiversität

Biologische Artenvielfalt oder Biodiversität bezeichnet den gesamten Reichtum an Lebensformen: Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere, die von ihnen vererbten Genome und die Ökosysteme, die sie sich teilen.

Flora und Fauna

Im Naturschutzgebiet des Axios-Deltas bieten Flüsse, Lagunen, Salzmoore, fruchtbare Felder und das Meer Hunderten von Pflanzen- und Tierarten eine Heimat.

Insgesamt wachsen hier über 370 Pflanzenarten. Einige von ihnen sind geschützt, etwa die Strandlilie, der Gemeine Schwimmfarn und die Wasserkastanie. Andere, an vielen Orten und in hoher Zahl anzutreffende Pflanzen haben großen Anteil am Erhalt der Physiognomie/Struktur und Funktion der Küstenfeuchtgebiete:

  • Der Queller, der mit seiner herbstlich roten Färbung die Salzmoore der Küstenzone schmückt und kleine ›Inselchen‹ in den Überschwemmungsgebieten bildet, in denen Stelzenläufer und Brandgänse ihren Nistplatz finden.
  • Dichte Gruppen von Schilfrohr, in denen sich Purpurreiher mit ihren Nestern, Stockenten mit ihren Jungen und träge Seefrösche – mit ihrer geschickten Zunge auf Insektenjagd – verstecken.
Κρίνος της Θάλασσας _Κονταξή

Die Nähe des Naturschutzgebietes zur Stadt und die Bedrohung durch intensive anthropogene Einflüsse wie Landwirtschaft, Viehzucht, Sandentnahme und Straßenverkehr haben verschiedenen Vegetationstypen beträchtlichen Schaden zugefügt:
✓ Der wertvolle Auwald mit seinen Weiden, Erlen, Pappeln und verschiedenen Ulmen, der die Uferzone der Flüsse festigt, bietet Wildkatze und Wolf die nötigen natürlichen Κorridore für ihre Streifzüge und in den Wurzeln findet der scheue Fischotter Raum zur Erholung und Platz für seinen Bau.
✓  Die windgepeitschten Sanddünen mit ihrem Strandflieder, dem Portulak, der Reichardia und dem Seegras bieten Schmetterlingen, Käfern sowie der Griechischen und Maurischen Landschildkröte Nahrung und Unterschlupf.

Die Deltaregion von Axios, Loudias und Aliakmon ist ein wertvolles Habitat für zahlreiche Tierarten. Einige von ihnen sind vom Aussterben bedroht – etwa der Ziesel und der Fischotter –, andere nur schwer zu entdecken, da sie sich entweder wie Wildkatze, Schlange und Schildkröte tief im Pflanzengestrüpp verstecken, oder sich wie die Fledermaus völlig lautlos in der Nacht fortbewegen. Andere Tiere wie der Wolf bilden Rudel und sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Fuchs, Dachs, Spitzmaus und Siebenschläfer sind häufig, wenn auch nicht immer zu entdecken. Insgesamt konnten – in Literatur und freier Wildbahn – 50 Säugetierarten, 27 Reptilienarten und Amphibien, über 50 Süß- und Meerwasserfische sowie 65 Wirbellose – die Mehrzahl von ihnen Insekten – festgestellt werden. Erwähnenswert ist eine der größten Populationen der Maurischen Schildkröte Europas in den Dünen bei den Salinen von Kitros.

Αλεπού Κώστας Σταφυλίδης

Vögel
Auch aus ornithologischer Sicht ist das Naturschutzgebiet von weltweiter Bedeutung. Wichtige Populationen seltener Vögel – wie Krauskopfpelikan, Säbelschnäbler, Uferschnepfe, Nachtreiher, Rallenreiher, Rotflügel-Brachschwalbe, Schwarzkopfmöwe sowie Zwergscharbe, Austernfischer und Seeregenpfeifer – brüten oder überwintern hier bzw. machen auf ihrem Zug gen Süden Station. Der Nationalpark liegt an einer der wichtigsten Vogelflugrouten Europas und in der Zeit ihres Zuges machen tausende von Watvögeln für einige Tage im Feuchtbiotop halt, um Nahrung zu suchen. Die Zahl der Wasservögel als Wintergäste ist im europäischen Vergleich bedeutend.
Im Naturschutzgebiet wurden 295 Vogelarten registriert – das sind 66% aller bis heute in Griechenland beobachteten Arten, 103 von ihnen sind Brutvögel.

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